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Wie du aufhören kannst, alles zu vergessen

Autor: Luka Dobec am 17.08.2014

Viele Leute investieren unzählige Stunden in ihren Lernprozess, ernten jedoch wenig Erfolg. Auch ich kämpfte mit diesem Problem in Teilen meiner schulischen Laufbahn. Dieses Problem finde ich jetzt sehr interessant aus der anderen Perspektive zu betrachten, denn mir war nicht klar, wie meine mentale Einstellung mich unnötig leiden liess in der Schule.

Letztens hatte ich eine sehr interessante Diskussion mit einem nahen Angehörigen von mir, der Arzt und Professor an einer Universität ist. Ich will dies mit euch teilen, denn es hätte mir sehr viel geholfen, wenn ich es früher erkannt hätte. Ein Schüler meines nahen Angehörigen konnte trotz einem hohen Stundenaufwand die Prüfung nicht bestehen. Sein Argument dafür, dass er die Prüfung hätte bestehen sollen, bestand vor allem aus der Tatsache, dass er unzählige Stunden in den Lernprozess investiert hat. Die Antwort auf das Begehren des Studenten ist simpel: „Wenn sie mit ihrem Fachwissen in die Welt der Medizin gelassen werden, dann werden sie Leute töten aufgrund ihres Unwissens.“

Was ist das Ziel des Lernens? Wieso setzen viele Schüler und Studenten Aufwand und Wissen gleich? Als ich jünger war, verbrachte ich stundenlang pseudo-lernend in meinem Zimmer. Ich setzte die Anzahl Stunden gleich mit Wissen, denn dieser Aufwand half mir, meinen Misserfolg vor meinen Eltern zu rechtfertigen. Später habe ich diese Einstellung unbewusst vollständig internalisiert und ich erinnere mich, oft meine Lehrer um bessere Noten gefragt zu haben, da ich viele Stunden investiert habe. Unglücklicherweise ist dies die falsche Einstellung für meine Ziele gewesen, denn die Glaubenssätze, die sich hinter diesem Verhalten verbergen sind unter anderem „Hart zu arbeiten ist wichtiger als smart zu arbeiten“, „Mein Wert definiert sich durch meine Aufopferungsgabe“ oder „Ich lerne für andere“. Dies sind nicht die Glaubenssätze und Einstellungen erfolgreicher Leute.

Neben den Glaubenssätzen ist jedoch auch wichtig zu verstehen, wie das Hirn funktioniert. Das Schulsystem begeht einen grossen Fehler, wenn es das Auswendiglernen von Informationen als das Ziel jedes Schülers postuliert. Der Witz ist, dass das Gehirn, laut vielen Experten, nur etwa 7 verschiedene Informationen memorieren kann. Danach beginnt es kürzlich gelernte Informationen zu löschen, um neuen Speicherplatz zu schaffen. Ein 5-7-stündiger Lernmarathon kann also möglicherweise nur zu 10 Minuten neuer Informationen führen, eine unglaubliche Zeitverschwendung. Informationen müssen vernetzt gelernt werden, denn Wissen muss einen Zweck erfüllen, die Adaption an die Umwelt. Für unsere Vorfahren war das Aufnehmen von Information eine Funktion, die das Überleben sichern sollte. Somit wurden neue Reize aus der Umwelt verbunden mit bereits bekannten Gefahren und in diesem System gespeichert.

Lerne neue Informationen in einem System zu speichern. Versuche bei deiner nächsten Lernsession zwei Techniken zu benutzen, nämlich das Zeichnen von neuen Informationen von Hand oder mit Photoshop, so wie die Verbindung neuer und alter Informationen durch entfernte Gleichnisse. Zu diesem Zweck nützt das „Dies erinnert mich an…“-Spiel. Lies eine Seite eines beliebigen Texts und antworte auf die Frage, an welche bereits bestehende Information dich die neue Information erinnert. Hier ist es wichtig, von allgemeinen zu detaillierten Informationen fortzuschreiten.

 

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